Erlkeiler
Aus Antivegan Wiki
Wer schneidet so spät in Nacht und Wind?
Es ist der mogges mit seiner Flint.
Er hat den Frischlling wohl in dem Arm,
Er faßt ihn sicher, er macht ihn kalt.
2. Mein Hund, was birgst du so bang dein Gesicht?
Siehst mogges, du den Keiler nicht!
Den Keiler mit Gebräch und Schweif?
Mein Hund, jetzt wird es lustig gleich.
3. Du grobes Schwein, komm her zu mir!
Gar schöne Spiele, spiel ich mit dir,
Die Brenneke auf dem Jägerstand,
Mein Messer steckt unter meinem Gewand.
4 mogges, mogges, und hörest du nicht,
wo der Keiler gerade im Augenblick bricht?
Durch dürre Blätter rennt schon der Hund
Alsbald ist auch schon der Keiler verwund
5. Willst feines Wildschwein du mit mir geh'n?
Meine Metzger sollen dich warten schön,
sie führen die Messer in zügigen Reihn
Und schneiden, zerwirken und legen dich ein.
6. mogges, mogges, und siehst du nicht dort
das zarte Schmalreh am düsteren Ort?
Mein Hund, mein Hund ich seh'es genau:
Es scheint durch die alten Weiden so grau.
7. Ich lieb dich, mich reizt deine schöne Gestalt,
Und bist du nicht willig, so brauch ich Gewalt!
Mogges mogges, legt jetzt schnell an,
mogges hat Schmalreh ein Leids getan.
8. Der Hund der sauset, er rennt geschwind,
zum Schmalreh hin, die Nase im Wind,
Erreicht das Reh ohne Müh und Not,
er schnuppert nur kurz, das Reh war tot.
Autor: mogges