Was ist Urkost
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Was ist Urkost ?
Bizarr. Dieses Wort kommt einem in den Sinn, wenn man das Urblog und Urkostforum von Brigitte Rondholz aufruft, um sich den neuesten Schwachsinn der Urkostgläubigen durchzulesen. Der kopfschüttelnde Leser fragt sich dabei immer wieder, wie man die Realität so dermaßen hinweghalluszinieren kann, dass Menschen in der Lage sind die Lehre des Steuerexperten Franz Konz und seiner rechten Hand Brigitte Rondholz uneingeschränkt zu glauben.
Mit ihrem wichtig und offiziell klingendem Vereinsnamen „Verein Bund für Gesundheit e.V.“, finden sie aber immer wieder Unbedarfte, die dieser Ernährungsideologie glauben schenken. Sicher, die Gemeinde ist nicht groß und nur sehr wenige schließen sich den kruden konz’schen Theorien an und das meistens nicht für längere Zeit, aber es ist doch erstaunlich, wie einfach es ist eine Handvoll Anhänger um sich zu scharen, indem man ein paar unhaltbare und mit der Realität kollidierende Glaubensgrundsätze aufstellt.
Die Glaubensbrüder werden hauptsächlich aus dem alternativen, esoterischen Umfeld rekrutiert, einige sind krank und erhoffen sich durch das Essen von Wildkräutern eine Heilung, andere eine lange Gesundheit. Was sie aber alle vereint, ist eine Verklärung der Natur und eine Unwissenheit in naturwissenschaftlichen Fragen, die ihresgleichen sucht. Der „Urmensch“, so die Lehre, sei immer gesund gewesen und erst durch das Teufelswerk des Kochens und des Fleischgenusses krank geworden. Krebs, Ebola, Altersdemenz und was die Menschheit noch so heimsucht, lasse sich durch Essen von ungekochten Früchten und Obst (vornehmlich aus den Tropen eingeflogen), garniert mit einer Prise Wildkräuter heilen. Ernsthaft, wer würde so einem Versprechen widerstehen können?
Glücklicherweise alle, die noch über einen Rest von Reflexion verfügen, denn die Urkostideologie ist so dermaßen krude, dass mit einfachen Gegenbeispielen die Richtigkeit dieser These widerlegt werden kann. Eigentlich würde ja sogar ein einziges Fallbeispiel ausreichen, jedoch wird von den Gläubigen mit der Vehemenz von gehirngewaschenen Sektenanhängern jeder Einzelfall, bei dem ein Mensch direkt durch die Urkost gestorben ist, oder gesundheitliche Schäden davongetragen hat, dementiert. Die Ausrede ist, wie bei allen anderen fanatischen Glaubensideologien, immer die Gleiche: Entweder hat sich der Betroffene nicht vollkommen urköstlich ernährt, oder er war schon vorgeschädigt, er habe sich nicht gänzlich an die Lehren gehalten, oder er habe zu spät damit angefangen. Niemals wird aber das Konzept der Urkost an sich angezweifelt, denn es ist ja unfehlbar, ein Fundament an dem niemals gerüttelt werden darf.
Zur Untermauerung der Glaubensgrundsätze werden Schlüsse gezogen, die jeder Rationalität entbehren. Es werden Urkostmenschen herbeiphantasiert, der Mensch zum Fruchtfresser umgedichtet, oder 500.000 und mehr Jahre Evolution negiert.
Die Frage warum sich manch einer in dieses so offensichtlich falsche ideologische Gebäude verrennen will, ist als Außenstehender schwer zu beantworten. Wahrscheinlich ist es die Angst vor dem Ungewissen. Vielleicht ein traumatisches Erlebnis durch den Tod eines engen Angehörigen, oder einer eigenen schweren Krankheit und dem Auseinandersetzen mit der Sterblichkeit. Es erinnert teilweise an Leute die mit ihrem Leben und dem daraus resultierenden Leiden nicht klar kommen und sich an den letzten Strohhalm klammern. Konz und Co. versprechen das Paradies auf Erden. Eine Art Gesundheitsweltformel, die alles auf einen Nenner bringt, in richtig und falsch und in gut und böse einteilt. Dass es so etwas nicht gibt, aber die alleinige glückseeligmachende Lehre schon von tausenden anderen selbsternannten Gurus in den unterschiedlichsten Variationen versprochen worden ist, bleibt diesen Personen verborgen. Sie MÖCHTEN, nein sie MÜSSEN genau diese eine fundamentale Lehre glauben und sollte die Realität nicht dem Glaubensgrundsatz entsprechen, wird eben die Wirklichkeit angepasst und verbogen.
Das ganze wäre ja nicht unbedingt schlimm, jeder ist seines eigenen Glückes Schmied, aber leider werden auch viele Kinder von ihren konzgläubigen Müttern mit dieser Diät beglückt und es wird versucht schwere Krankheiten mit der Urkosternährung zu heilen. Die „Weißkittelmafia“ ist den beiden Oberhäuptern des BfGeV nämlich ein Dorn im Auge und so wird in den Urkostforen einer medizinischen Untersuchung abgeraten. Dass früher zu „Urkostzeiten“ (die es beim Homo sapiens übrigens nie gab) 50% und mehr der geborenen Kinder vor der Pubertät an Krankheiten starben, wird negiert und sollte wieder einmal ein nach Konz ernährtes Kind an einer Krankheit oder Mangelerscheinung durch die dargebotene Nahrung sterben, wird sich wieder eine Ausrede finden, damit das Fundament der „Urnahrung“ nicht ins Wanken gerät.
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