Wasserverbrauch

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Der Wasserverbrauch bei der Fleischproduktion wird regelmässig von zahlreichen Veganern als Argument gegen Nutztierhaltung ins Felde getragen. Die dabei genannten Verbrauchszahlen schwanken zwischen 5.000 und 100.000[1] Litern Wasser pro erzeugtem Kilo Fleisch.

Die umgangssprachliche Bezeichnung Wasserverbrauch ist hier allerdings irreführend, da es sich dabei nicht um das handelt, was normalerweise darunter verstanden wird: Trink- oder Brauchwasser, das durch die öffentliche Wasserversorgung bereitgestellt wird und nach Gebrauch in der Kanalisation verschwindet oder bei Bewässerung versickert [2].

Inhaltsverzeichnis

Virtuelles Wasser

Vielmehr wird hier mit dem Begriff des virtuellen Wassers[3] operiert, der in den 1990er Jahren vom englischen Geografen John Anthony Allan eingeführt wurde und die Gesamtmenge des Wassers bezeichnet, das an der Produktion von Lebensmitteln und industriellen Gütern beteiligt ist. Das beinhaltet bspw. auch Regenwasser, das unabhängig vom produzierten Gut auf der Fläche versickert, oder die Feuchtigkeit des Bodens. Da sich Produktionsbedingungen und die Menge des zur Verfügung stehenden Wassers regional unterscheiden, enthält ein und dasselbe Gut regional unterschiedliche Mengen virtuellen Wassers. Hoekstra und Chapagain [4] geben bspw. für industrielle Güter einen durchschnittlichen Gehalt virtuellen Wassers von 80 l pro US$ an. In den USA beträgt er 100 l per US$, in Deutschland und den Niederlanden 50 l per US$, in Japan, Australien und Kanada nur 10–15 l per US$. In China und Indien beträgt er 20–25 l per US$.

Dieselbe Quelle gibt einen durchschnittlichen virtuellen Wassergehalt von ca. 15.300 l für 1kg Rindfleisch an, wobei angenommen wird, dass ein Schlachtrind im Schnitt 3 Jahre alt wird und nach der Schlachtung 200kg knochenfreies fleisch über bleiben.[5] Diese Zahl beinhaltet den kumulierten virtuellen Wassergehalt der Futterpflanzen, die das Rind in den 3 Jahren bis zur Schlachtreife verzehrt, und das Wasser, das direkt bei der Erzeugung des Rindfleischs verwendet wird (Tränken, Stall reinigen, etc.).

Das durchschnittliche Schlachtalter von 3 Jahren scheint sehr hoch, da Schlachtbullen in der Regel bereits viel früher geschlachtet werden und bei später geschlachteten Milchkühen das während ihrer Lebenszeit z.B. im Futter eingesetzte "virtuelle Wasser" nur zum Teil auf das Fleisch angerechnet werden kann. Die angesetzten 200kg Fleischetrag wiederum sind zumindest für deutsche Verhältnisse deutlich zu niedrig. Schlachtnebenprodukte, welche ebenfalls wirtschaftlich verwertetet werden, finden keine Berücksichtigung. Und auch Beiprodukte der Futterproduktion werden eventuell nicht berücksichtigt. Beispielsweise wird aus dem Soja, das für Futtermittel produziert wird, auch Sojaöl für den menschlichen Verzehr produziert. Es bleibt unklar, zu welchen Teilen dies in die o.g. Berechnung eingeht.

Das Konzept des virtuellen Wassers wird benutzt, um den "Gehalt" desselben in landwirtschaftlichen und industriellen Gütern zu bestimmen. Dies ist ein bedeutungsvolles Konzept wenn es darum geht, Wasser in wasserarme Gegenden zu importieren (mittelbar als virtuelles Wasser im Gegensatz zu richtigem Wasser), scheint aber als Argument gegen Fleischproduktion nicht geeignet.

Grundsätzliches

Der Begriff Verbrauch im Zusammenhang mit europäischer Wasserwirtschaft ist aus sprachlicher Sicht irreführend, da hier lediglich ein Gebrauch von Wasser vorliegt. Entnommenes Trinkwasser wird qualitätsgemindert über die Kanalisation der Wasseraufbereitung zugeführt und nach der dort erfolgten Reinigung wieder in Umlauf gebracht. Regenwasser wird ebenso der Kanalisation zugeführt und wiederaufbereitet oder aber - sofern es nicht schon an der Oberfläche verdunstet - versickert im Boden, wodurch es derartigen Einfluss auf den Grundwasserspiegel nehmen kann, dass sogar entwässert werden muss.

Europa ist aufgrund seiner klimatischen Verhältnisse kein Wassermangelgebiet, es kann also nicht zu Knappheiten kommen, denn das Wasser verschwindet ja nicht.


Verteilung der Gebrauchsmengen

Im europäischen Durchschnitt ergibt sich folgende Verteilung bei der Wassernutzung

Veganes Rechenbeispiel

Auf der Seite "vegan.at" steht zu lesen [6]: "Gemäß den Ausführungen von Sandra POSTEL, Direktorin des Projekts für Weltwasserpolitik, überzieht die Erde ihr "Bankkonto" an Grundwasser jährlich um 200 km³. (3) Diese Überausbeutung hat ernste Folgen für die zukünftige Nahrungsmittelproduktion und Weltgesundheit. [...]Weltweit verbraucht die Landwirtschaft 70% der vorhandenen Ressourcen an Frischwasser. (10) Dies ist vor allem darauf zurückzuführen, dass Ackerland größtenteils begossen werden muss, um dieses landwirtschaftlich lebensfähig zu erhalten und die Ernteerträge zu verbessern bzw. erhöhen.

Wie bereits bewiesen, wird ein Großteil dieser Landfläche für die Anpflanzung von Futtermitteln für Lebendvieh vergeudet, anstatt es für menschliche Nahrungsmittel zu verwenden. Wasser, welches für dieses Land verwendet und vom Lebendvieh direkt getrunken wird, stellt eine zusätzliche Vergeudung dieser Ressourcen dar."

Dieses Beispiel ist typisch für die vegane Denke. Es bleibt völlig ausser acht, dass die Wasservorräte auf der Welt nicht gleich verteilt sind. Ein Rind kann in Deutschland geboren, gemäßtet und verzehrt werden ohne, den armen Bauern in den Wassermangelgebieten auch nur einen Tropfen Trinkwasser wegzusaufen. Bezogen die Landwirte der BRD im Jahre 2006 keine Futtermittel aus Wassermangelgebieten. [7]

Marktwirtschaftliche Konsequenzen

Fazit

Zu behaupten, die Wasserverwendung in Europa würde den Welthunger verschlimmern ist falsch. Der Wassermangel ist vor allem ein lokales Problem, welches auch lokal bekämpft werden muss.

Das Argument, wir würden durch den Import von Futtermitteln aus dem Ausland die Wasserknappheit der Welt vorantreiben ist auch nicht haltbar, da das meiste Wasser welches dort in der Landwirtschaft verwendet wird für den Menschen nicht direkt trinkbares Wasser ist, sondern in die virtuelle Wasserrechnung auch das Regenwasser mit einfließt.

Möchte der Konsument seinen "Wasserfußabdruck" tatsächlich verbessern, sollte er lokale Produkte kaufen, nicht Veganer werden.

Quellen

  1. http://www.vegetarismus.ch/heft/2000-1/wasser.htm
  2. http://de.wikipedia.org/wiki/Wasserverbrauch
  3. http://de.wikipedia.org/wiki/Virtuelles_Wasser
  4. http://www.waterfootprint.org/Reports/Hoekstra_and_Chapagain_2006.pdf
  5. http://www.waterfootprint.org/?page=files/productgallery&product=beef
  6. http://www.vegan.at/warumvegan/umwelt/wasserverschwendung.html
  7. http://dipbt.bundestag.de/dip21/btd/16/053/1605346.pdf Drucksache 16/5346

Siehe auch

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