Wildkräuter
Aus Antivegan Wiki
Wildkräuter oder Wildpflanzen werden in der Urkost wildwachsende, essbare Pflanzen bezeichnet die einen wichtigen Bestandteil der Ernährungsideologie nach Franz Konz ausmachen. Wildkräuter (von Urköstlern auch "Wildis" genannt) sollen Bestandteil jeder Mahlzeit sein. Sie sollen alle wichtigen Vitamine (vor allem auch Vitamin B12, Mineralstoffe und Eiweiße (Proteine) enthalten. Zudem wird ihnen eine esoterisch anmutende Kraft zugeschrieben, da sie nicht gezüchtet werden sondern in der Natur überleben würden. Da sie direkt von der Natur kommen, sind diese Pflanzen per se "gut" im Gegensatz zu den "schlechten" Pflanzen, die gezielt angebaut werden. Daher muss der Urköstler auch täglich Zeit um Sammeln der frischen Pflanzen einräumen.
Inhaltsverzeichnis |
genutzte Kräuter
Zu den wichtigsten Kräutern für den Urköstler gehören Giersch, Spitzwegerich, Vogelmiere, Gundermann und Knoblauchrauke, aber auch Algen, Moose und gewöhnliches Gras. So sollen Wildpflanzen vor allem auch sehr sättigend wirken. Angesichts der kalorienarmen Nahrung ein wichtiges Argument, wobei die Verwertung von manchen Pflanzen (wie etwa Gras) als kritisch betrachtet werden sollte. Da Kräuter zu einem hohen Anteil aus Zellulose bestehen, sind sie nicht nur schwer verdaulich, sondern auch die nutzbaren Inhaltsstoffe sind im Verdauungstrakt schwerer erschließbar.
Risiken
Risiken und Gefahren durch den Genuss roher Wildkräuer (und Pilze) bestehen neben der Gefahr durch Fehl- und Unterernährung (Vitamin B 12 Mangel, Eisenmangel) darin, dass man sich damit mit dem Fuchsbandwurm und anderen Parasiten infizieren kann. Ferner enthalten Pflanzen, die als unbewegliche Organismen ihren Fraßfeinden fast schutzlos ausgeliefert scheinen, wirksame Abwehrstoffe, vor allem Alkaloide, die ihre Bekömmlichkeit in unverarbeitetem Zustand noch weiter vermindern.
Ferner ist aus diversen einschlägigen Foren erkennbar, dass viele der Urköstler botanische Laien sind, die sich in der heimischen Flora nur wenig auskennen. Somit ist die Gefahr einer Verwechslung mit giftigen Pflanzen/Pilzen gegeben. Z.B. kann man Giersch mit dem Schierling verwechseln, Bärlauch mit der Herbstzeitlose und den Perl- mit dem Pantherpilz.
Empfehlungen und Behauptungen der Urkostprotagonisten zu Wildkräutern
Vor allem Brigitte Rondholz weist in ihrem Urkostforum oft darauf hin, dass Gebrechen, Unwohlsein oder sonstige "Zipperlein" durch die nicht genügende Aufnahme von Wildkräutern herrührt. Dabei spielt es auch keine Rolle, ob man in einer Großstadt wohnt, und der Zugang zum Sammeln begrenzt ist. Auch Hinweisen, dass auf Pflanzen am Wegesrand Hunde ihr Geschäft verrichten entgegnet Rondholz mit "Tipps". Ebenso ist das Sammeln an Bahndämmen einzuschränken, da hier angeblich bestimmte Pestizide gesprüht werden. Zum Sammeln selbst empfiehlt Rondholz die Verwendung von verschließbaren Einmachgläsern, da man so auf Plastik (und damit böse Ölprodukte) verzichten könne.
Da die "Wildis" oft einen herzhaft-bitteren bis unerträglichen Geschmack haben, fordert Rondholz Geduld. Zur Not und zur Heranführung zum Essen dieser werden Smoothies bedingt erlaubt. Dabei wird immer wieder darauf verwiesen, dass der Körper zu sehr an Schlechtkost gewöhnt sei, und man nach der Umstellung die Kräuter genießen könne. Dass hier der Gewöhnungseffekt greift, scheint keinem praktizierenden Urköstler als Erklärung in den Sinn zu kommen.
Hinzu kommt noch, dass im Winter in deutschen Breiten keine "Wildis" wachsen. Rondholz verweist dann auf Moose, Farne und Brombeerblätter. Dazu werden Importfrüchte empfohlen. Wie sich allerdings in der kalten Jahreszeit der hohe Wildkrautanteil zu jedem Essen verwirklichen lassen soll, verschweigt Rondholz. Die Frage nach einem Gewächshaus scheint geduldet, wobei man sich hier fragen sollte, wie der Uraffenmensch ein solches betrieben hat.
Auszüge von Urköstlern zu "Wildis"
- Die Brombeerblätter finde ich so gar nicht lecker ... Irgendwie sind sie sehr trocken und haben einen merkwürdigen Geschmack (wobei ich sonst nicht pingelig bin, ich esse zum Beispiel auch den Gundermann, der ja nun auch einen sehr eigenen Geschmack hat, ganz gerne). Ich habe schon im Sommer versucht, mich an die Brombeerblätter zu gewöhnen - aber sie immer wieder ausgespuckt ... (sorry). Gestern habe ich EINS brav zuende gekaut und heruntergeschluckt. Aber die wahre Freude war es nicht.[1]
- Leserbrief aus dem GGK: Es war wie ein großes Wunder für mich, daß ich seit dem ersten Tag, an dem Du uns das Essen der Wildkräuter und Blätter von Birken, Linden und Vogelbeeren beibrachtest, mich wunderbar satt und wohl um den Magen fühlte. Liebe Grüße Angela Hoffmann