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Die Heimat der Urköstler

Die folgende Betrachtung befasst sich mit Ursprung, Heimat, Sitten und Gebräuchen sowie dem Umfeld der Urköstler. Quellenangaben siehe unten.

Die Urköstler sind auf Furz, dem 7. Planeten des Sternes Vega, auf deutsch auch Wega genannt, beheimatet. Vega ist der Hauptstern im Sternbild „Alte Leier“ und etwa 25,3 Lichtjahre von der Erde entfernt. Furz, auch „Planet der Verdauungsstörungen“ oder leicht abwertend „Gestanksplanet“ genannt ähnelt etwa der Erde bis auf eine erhöhte Radioaktivität. Diese erhöhte Radioaktivität ist aller Wahrscheinlichkeit nach auch Ursache für das Entstehen mehrerer Rassen auf diesem Planeten. Man findet dort die Rohköstler, die Urköstler und in den Sümpfen von Analien die PfauZehler. Diese Abhandlung beschäftigt sich jedoch hauptsächlich mit den Urköstlern. Eine Expedition der Annalaki entdeckte den Planeten im Jahre 1800 v. K. (vor Konz) und brachte einige Exemplare mit auf die Erde, um sie mit den hier lebenden Primaten zu kreuzen. (Was auch deren Menschenähnlichkeit erklärt.) Seitdem gibt es Urköstler auf der Erde. Auch heute noch besteht ein reger Kontakt mit der Heimat auf Wega 7 mit Hilfe der sogenannten UFOs, den Unbekannten Flugfructoseobjekten /1/

Die Gesellschaftsform der Urköstler auf Furz ist eine straff organisierte Mümmelokratie. Dies bedeutet, dass diejenigen Wesen, welche am meisten mümmeln, auch am meisten Einfluss in der dortigen Gesellschaft haben. Überhaupt spielt Ernährung im Bewußtsein der Bevölkerung eine überragende Rolle. Dies stellt insofern ein Problem dar, weil die mittlere Temperatur in den Baumkronen des Zauberwaldes von Wega 7, dem Haupthabitat der Urköstler, etwa 44 Grad Celsius beträgt. Da Urköstler jedoch alles ablehnen, was über 42° erhitzt wurde, sind sie zur Nahrungsaufnahme gezwungen, von den Bäumen herabzusteigen. Allenfalls verzehren sie Blätter von den untersten Baumästen. Eindeutig bevorzugt werden jedoch Wildkräuter wie der dort heimische Furzgiersch (Aegopodium blähalungia) oder Nachtschattengewächse wie Tomaten, Kartoffeln und Durian. Um Kribbeln in Händen und Füssen (aka B12-Mangel) zu vermeiden, verzehren sie auch Ameisen und Flöhe nach dem Motto: „Ähnliches soll durch Ähnliches geheilt werden“ (similia similibus curentur). Die Nahrungssuche und -aufnahme beansprucht einen erklecklichen Anteil des kurzen Tages auf Wega 7, sodaß für andere Aktivitäten wenig Zeit bleibt. Man findet gerade noch Zeit, etwa zwei Stunden von Ast zu Ast zu schwingen und dabei schrille Schreie auszustoßen. Dies wird „Ursport“ genannt. Ganz selten trifft sich auch ein Grüppchen Urköstler auf Yggdrasil, dem Seminarbaum und lauscht ergeben den Ausführungen höherstehender Exemplare der Gattung „Urkost“. Die restliche Zeit des Tages wird mit Verdauungsdösen verbracht, die Nacht dient dem Urschlaf und dem Geschlechtsverkehr./2/
Dadurch wird klar, dass die Kultur der Urköstler auf Wega 7 auf recht niedriger Stufe steht. Allerdings benutzen sie zur Ernte bereits angespitze Steine, wie erst kürzlich bekannt wurde. Die Benutzung von Feuer ist unbekannt, Metalle werden nicht benutzt./3/

Bedingt durch ihren Verzicht auf Schlechtkost, Tabak und Alkohol können Urköstler ein hohes Alter erreichen. In Gefangenschaft gehaltene Exemplare wurden bis zu 150 Jahre alt./4/ Trotzdem liegt die durchschnittliche Lebenserwartung in freier Wildbahn lediglich bei etwa 30 Jahren. Dies liegt daran, dass der geschlechtsreife Urköstler beim Schwingen von Ast zu Ast urplötzlich den Drang entwickelt, sich mit beiden Händen zum sogenannten „Kringeln“ an den Anus zu fassen und die Backen auseinander zu ziehen. Dadurch lässt er natürlich die Liane los und fällt herunter – im Schnitt etwa 40 Meter, denn die Bäume auf Wega 7 sind sehr hoch.
Im Gegensatz zum Menschen, bei dem der Geschlechtstrieb im Alter nachlässt, steigt die Lust zur Kopulation mit zunehmendem Alter stark an. Im Alter von 55 Jahren wird bereits der Wert 750 auf der nach oben offenen Geilheitsskala erreicht und mit über 80 haben männliche Exemplare eine dauerhafte Erektion, was der Fortbewegung von Ast zu Ast nicht zuträglich ist, da sie sich sehr oft im Laubwerk verhaken. Um den Sexualtrieb zumindest einigermassen zu befriedjen, werden den Nestoren unter den Urköstlern junge weibliche Exemplare aus weit entfernten Gegenden zugeführt. Diese haben jedoch nach kurzer Zeit die Nase voll und gehen „loofen“./5/

Die (monotheistische) Religion spielt im Leben der Urköstler eine überragende Rolle. Als Gott verehrt wird der „Große Franz“, der die Welt und den Durian erschuf. Stellvertreter von Franz „auf Erden“ ist der oder die Vize (englisch: „Vice“), der oder die ein strenges Regiment führt. Verstöße gegen die Glaubenssätze werden mit lebenslangen Verweisen aus dem Zauberwald geahndet, bei minder schweren Verstößen erfolgt eine Züchtigung mit der ungeschälten Durianfrucht. Sollte ein Vize versterben, so muss ein neuer Vize erkoren werden, denn das Amt ist nicht erblich. Dies geschieht wie folgt:
Alle Gaue des Zauberwaldes senden ihre Kandidaten nach Pissleck, dem Standort der Seminareiche. Diese müssen dann an einem Wettkringeln, dem sogenannten „Konzil“ teilnehmen. Wer den schönsten, wohlgeformtesten und saftigsten Kringel produziert wird automatisch Vize. Dazu stellen sich die Kandidaten in einer Reihe auf:

Frigitte

Dann stimmt das Publikum den Kanon „Kringlebells“ an und die Kandidaten machen sich ans Werk:

Kringel KringelKringelFrigitteKringelKringelKringelKringel

Ein Schiedsgericht begutachtet dann die Kringel und trifft seine Entscheidung. Der Sieger/die Siegerin ist dann Vize auf Lebenszeit. Der Präsident der Berufungskommission hebt die rechte Hand des Siegers hoch und verkündet das Urteil mit einem kräftigen „Rupfezupfe, rupfezupfe“ worauf das Volk mit „Giersch Giersch Giersch“ antwortet und sein Einverständnis mit der Wahl bekundet./6/

Bei aller Religiosität sind die Urköstler ausserordentlich abergläubisch: Sie entwickeln eine panische Angst vor den sogenannten Weißkitteln, einer nützlichen Abart der Schwarzkittel. Diese Tierart lebt auf dem Boden und stößt die Laute „ImpfImpf“ aus, was die Urköstler zur sofortigen Flucht veranlasst. Dabei geschehen oft Unfälle. Erst kürzlich hat sich ein Exemplar bei einer solchen Flucht die Vorderzähne ausgeschlagen. Sie ernährt sich jetzt mit Hilfe einer Schnabeltasse von sogenannten Smothies./7/ Eine weitere Form des Aberglaubens ist der Cargo-Kult. Seit der Landung der Annalaki /1/ stellen die Urköstler Altäre an den Landungsstellen auf in der Hoffnung, dass ihnen frische Früchte vom anderen Stern geliefert werden. Ausserdem haben die Urköstler eine große Angst vor dem Berghai, einem Fabelwesen mit schrecklichem Aussehen vom Stamm der Muggel.

Die Urköstler sind nicht die einzigen Lebenwesen auf Furz. Man findet dort noch die Rohköstler und die PfauZehler. Die Rohköstler und die Urköstler verbindet eine herzliche Feindschaft miteinander. Es sind religiöse Differenzen, welche diese Feindschaft verursachen. Die Rohköstler leben im Land Faber-Kastilien und verzehren auch fleischliche Kost, sobald sie eine Woche in der Hitze gereift ist. Dies ist für Urköstler unvorstellbar, da sie ja nur Insekten und ähnliches Kribbelkrabbel zu sich nehmen.

Die PFauZehler leben in den Kotsümpfen von Analien. Nur wenige Urköstler haben Kontakt mit ihnen, sie sind faktisch die Parias von Wega 7.

Quellen:

/1/ Gemüse-Atlan: „20 Jahre unter den Untoten. Mein Leben auf Furz“, Perry Rhodan Press, Uphusum 1978.
/2/ Grobian Gans: „Zur Psychopathologie der Urkostprimaten“, BfG Transactions of Wellness and Hellness, 1992, pp. 118 – 124.
/3/ Vox: „Raumschiff AgEnterprise, Folge 114: „Die Rache des PfauZehlers“, Erstausstrahlung 32. 3. 2002.
/4/ Bernhard Grzimek: „Unser Yeti darf nicht sterben“, Tingeltangel-Verlag, Schrottweil 1980.
/5/ Konrad Lorenz: „Der Vogelflug“, Neske, Pfullingen 1965.
/6/ Mircea Eliade: „Günterohneha und der Androgyn“, Pinsel-Verlag, Quickborn, 1999
/7/ Bild Hamburg vom 21. 1. 2011.

Beitrag von Böser Wolf im Forum

2 comments to Die Heimat der Urköstler

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