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Die Wanderung der Urköstler

Es ist Herbst geworden. Das Laub der Bäume hat sich schillernd bunt verfärbt und die Brennnesseln lassen ihre Blütenstände hängen. Die saftigen Weidegründe liegen nun braun und verlassen da. Nur hie und da sprießt noch ein wenig Giersch und Vogelmiere zwischen halb zersetzten Kringelhaufen. Aber das ist nicht genug um die Abermillionen Urköstler satt und zufrieden zu machen.

Während des Sommers weiden die Urköstler auf den mineralstoffreichen Ebenen um Quickborn. Hier in ihrem Stammland finden sie alles, was der friedfertige Pflanzenfresser für seine gesunde und köstliche vegane Frischkost benötigt. Der nahe gelegene Flugplatz und ein ausgeklügeltes Paket-Verteilersystem stellen darüber hinaus die klimaneutrale Versorgung mit Flugfructose und damit das Überleben, sicher. Es ist hier alles so friedlich, lustvoll und schön. Streitereien, andere Meinungen und Schweinebraten werden vom Leittier nicht geduldet. Weibliche Herdentiere mit eigener Meinung werden weggebissen oder auf „nur lesen“ gesetzt. Männliche MenschenAffenImitate werden hingegen geduldet und dürfen andere Herdentiere auch mal beleidigen. Gern gesehen ist auch wenn das Urkost-Dreibein ein wenig zotig wird. Dies ist seit der letzten Menopause der VizeVize so und wird auch immer so bleiben.

Es scheint, als haben hier um Quickborn die Naturgesetze keine Gültigkeit mehr und sind durch die Erkenntnisse einer Trockenmumie neu geschrieben worden.

Nun steht aber der Winter vor der Tür und es ist die Zeit der großen Wanderung für die Urköstler gekommen. Wenn das alte Leittier das letzte vertrocknete Brombeerblatt gemümmelt hat, ist es soweit.

Die große Vize steigt auf ihr Fahrrad fährt an die Spitze der Herde und gibt das Signal für den Aufbruch. Ein donnerndes „Rupfe – Zupfe, Rupfe – Zupfe“ gefolgt von einem dreifachen „GIERSCH GIERSCH GIERSCH!!!! „ erschallt und sie fährt los. Die Herde folgt ihr im Trab. Immer bemüht nicht den Kontakt zu Frau Urkost zu verlieren. Wem die Puste ausgeht, weil die Geschwindigkeit zu hoch ist, muss zurück bleiben und fällt unweigerlich wieder zurück in den Schlechtkost-Kochtopf. Es ist der Kreislauf der Natur, dass bei der Querung der Elbe viele Urköstler ihr Leben lassen müssen. Für die Anwohner ein Schauspiel, dass an den Suizid von Lemmingen erinnert.

Die Vize hat dann jedes Jahr Tränen in den Augen und muss alles machtlos von der Fähre aus mit ansehen.

Nach 2 bis 3 entbehrungsreichen Monaten erreicht eine Handvoll Urköstler endlich das gelobte Land: Thailand!

Der Weg der Cellulosefetischisten kann selbst vom Weltall aus erkannt werden. Es ist eine ca. 30 Meter breite Schneise, die schnurstracks von Quickborn über den Kaukasus, die Wüste Gobi, den Himalaya, den Ganges bis zum Kinderstrich in Bangkok führt. Wie eine Feuerwalze haben die Gierschmümmler auf ihrer Wanderung alles Grün abgeäst und eine unwirtliche Wüste zurück gelassen.

Der Urköstler überwintert nun in Thailand in einer Jurte und findet alles so vor, wie es die Natur für ihn vorgesehen hat. Entsprechend seiner genetischen Disposition hockt er im Durianbaum und isst zu JEDER Durian frische Blätter. Wildkräuter gibt es hier leider nicht. Abends baut er dann sein Baumnest und frönt seinem Urschlaf. Verwöhnt wird die Vize dann von Günter ohne h.

Fazit: Urkost ohne Tropenfrüchte geht halt nicht, wir sind darauf geeicht.

Quelle:Berghais Beitrag im Forum

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