Das "Dann darfst du auch nicht mehr ..."-Argument

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Skeptiker
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Das "Dann darfst du auch nicht mehr ..."-Argument

Beitragvon Skeptiker » Di 20. Aug 2013, 13:30

Immer wieder taucht in Diskussionen zwischen Normalessern und Veganern das "Dann darfst du auch nicht mehr ..."-Argument auf.

Von veganer Seite wird das meist nicht verstanden und damit abgetan, dass man sich ja schliesslich bemühe und zumindest besser als Fleischesser dastehe. Das sieht dann etwa so aus:

"Man will mir mit allen Mitteln beweisen, dass ich keine Heilige bin. Dabei ist das überhaupt nicht nötig. Es gibt noch genug zu tun – auch in meinem Leben. Das weiß ich. Ich bemühe mich."
/"Aber wie konsequent sind die Fleischesser selbst?"


Doch darum geht es nicht. Es geht um Scheinheiligkeit und Inkonsequenz. Also darum, wieso die vegane Idee blödsinnig und willkürlich ist.
Es geht nicht darum, was man als Veganer noch besser machen könnte. Da das immer wieder falsch verstanden wird, soll das hier näher erörtert sein.

Aus veganer Sicht gibt es eine Skala des menschlichen Verhaltens, insbesondere des Konsumverhaltens.
Auf "0" setzen wir mal den typischen Amerikaner/Aussi, der selbst kleinste Strecken mit dem dicken Auto zurücklegt, gerne überall hin fliegt und grosse Mengen Fleisch und andere tierische Produkte konsumiert, den menschenverursachten Klimawandel grundsätzlich in Frage stellt und den Umweltbelange nicht wirklich interessieren.
Au "100" setzten wir den Yogi, dessen Stoffwechsel ungefähr den Wirkungsgrad dieser LED hat, mit seinem Pilz, auf dem er sitzt in friedlicher Symbiose lebt und der die Sprache der Tiere gelernt hat.

Der Veganer sieht sich selbst so ungefähr bei Stufe 90. Doch das ist höchst fragwürdig.


Scheinheiligkeit
Die grösste Scheinheiligkeit ist wohl das "Man muss auf nichts verzichten". Ja wie denn nun. Ist Veganismus nun Konsumverzicht, oder nicht?
Natürlich ist Veganismus Verzicht. Und ich meine hier nicht das "Verzicht auf Gewalt blabla". Wenn nicht 99% der Bevölkerung Lederschuhe angenehm und schön finden würden, würde es sie nicht geben. Wenn nicht 99% der Bevölkerung Ei im Kuchen mögen würden, würde er ohne Ei angeboten werden. Wenn nicht 90% der Bevölkerung lieber Milch als Sojamilch nehmen würde, wären die Angebote im Regal eben umgekehrt. Und wenn nicht 85% gerne Fleisch essen würden, würden es bei denen nicht täglich oder mehrmals wöchentlich Fleisch geben.

Und wer als Veganer lauter Ersatzprodukte konsumiert, schneidet wohl kaum besser ab, was Umweltauswirkungen und Gesundheit angeht. Wie viele Tiere müssen für den Kokoskäse denn sterben? Für das Baumwollhemd? Vielleicht kleinere (die sich unerlaubt an den Anbauprodukten bedienen wollen und gekillt werden), vielleicht auch grössere (die ihren Lebensraum verlieren, weil man Anbauflächen braucht). Von den Bedingungen, unter denen Menschen dafür arbeiten, ganz zu schweigen.

Sagt man also beispielsweise: "Dann darfst du aber auch kein Handy haben" - kritisiert das die Scheinheiligkeit, dass Ausbeutung von Menschen ignoriert wird, wo doch sonst gerne betont wird, dass dies doch auch Tiere wären. Dasselbe mit Kakao. Sagt man: "Dann darfst du aber keine Baumwolle tragen" - kritisiert das die Inkonsequenz, dass beispielsweise die Ausbeutung von Bienen und Seidenraupen verwerflich sei, die durch Pestizideinsatz vernichteten Insekten hingegen irrelevant erscheinen (vgl. Unvermeidbarkeit), und auch hier das ignorierte Leid der "menschlichen Tiere". Sagt man: "Dann müsstest du Wale essen", kritisiert man, dass einerseits möglichst wenig Tierleid und Antispeziesismus gefordert wird, andererseits aber hingenommen werden soll, dass eher viele kleinere Tiere sterben sollen als wenige grosse. "Dann darfst du auch keine Plastiksachen tragen" betont die Ignoranz bezüglich Ölunfällen, die wohl Millarden von Tieren (insbesondere Fischen und Seevögeln) das Leben kosten. Vielleicht eben sogar viel mehr Leben, als durch die tierlichen Alternativen draufgehen würden. Aber das wird einfach ignoriert.

Eine ethische Lehre, die inkonsequent ist, also die keine Handlungsmaxime entwerfen kann, die in sich schlüssig ist, ist jedoch ungeeignet, um als allgemeine Grundlage oder gar Gesetzgebung zu dienen.

Liebe Veganer, lasst euch das gesagt sein: Das Ausmass von Umweltzerstörung, von Tierleid und von Gesundheitsgefahren lässt sich nicht daran festmachen, ob man vegan oder normal lebt. In allen Bereichen kann mit omnivorer Ernährung und Lebensweise auch deutlich besser abschneiden. Die Ideologie ist willkürlich und scheinheilig. Nichts weiter will das "Dann darst du aber auch nicht..."-Argument ausdrücken.
"Natürlich möchte kein Tierrechtler, dass seine Idee so zu Ende gedacht wird, denn dann erwiese sie sich ja als die Idiotie, die sie ist."
- Eckhard Fuhr.

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Vormund
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Re: Das "Dann darfst du auch nicht mehr ..."-Argument

Beitragvon Vormund » Di 20. Aug 2013, 13:39

:anbet:
Schöner Text, Skeptiker!
"Tierschützer" ist ein billig zu habendes Label moralischer Selbstermächtigung. (Eckhard Fuhr, Die Welt 11.02.14)

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Skittles
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Re: Das "Dann darfst du auch nicht mehr ..."-Argument

Beitragvon Skittles » Di 20. Aug 2013, 13:41

Vormund hat geschrieben::anbet:
Schöner Text, Skeptiker!

Definitiv!
:anbet:
Könnte man eventuell in den Blog geben?
"Lebensmittelproduktion ist aber keine Fussballnationalmannschaft wo die Wünsche der 80 Mio Bundestrainer keine wirkliche Gefahr bedeuten"
Zitat: hubers

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Re: Das "Dann darfst du auch nicht mehr ..."-Argument

Beitragvon Nickel » Di 20. Aug 2013, 13:43

Danke für den schönen Text.

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Klaus Hirschkuh
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Re: Das "Dann darfst du auch nicht mehr ..."-Argument

Beitragvon Klaus Hirschkuh » Di 20. Aug 2013, 13:56

Vormund hat geschrieben::anbet:
Schöner Text, Skeptiker!

+1
Wäre was fürs Wiki oder?
Ich vermerke mal eine kleine Bonuszahlung für diesen Monat.
Ich bremse nicht für Kapern und sonstiges Fischgedöns!
(c) Klaus Hirschkuh 2011
Das benutzen dieser Phrase ohne schriftliche Genehmigung stellt eine strafbare Handlung gem. §3b STFU dar.

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Re: Das "Dann darfst du auch nicht mehr ..."-Argument

Beitragvon Flotte Biene » Di 20. Aug 2013, 15:23

:anbet: :anbet:

Sehr schön geschrieben. Wer teilt jetzt dem Artgenossen mit, das mal Youtubevideomäßig umzusetzen? :devil:

Zum Text selbst hab ich noch folgenden link, den man eventl. noch einbauen könnte.

http://green.wiwo.de/biosupermarkte-war ... s-schaden/
Stefan Meiser
Vegetarische und vegane Lebensweisen werden sich langfristig durchsetzen. Die Hetzparolen hat es immer gegeben, wenn revulotionäre Veränderungen sich abgezeichnet haben! Wir werden es nicht mehr Alle erleben, aber das macht nix....

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Re: Das "Dann darfst du auch nicht mehr ..."-Argument

Beitragvon Skeptiker » Di 20. Aug 2013, 22:21

Dankeschön :embarrassed:

Klaus Hirschkuh hat geschrieben:Ich vermerke mal eine kleine Bonuszahlung für diesen Monat.


Prima, die Ozelot-Sitzbezüge sind eh schon ganz durchgescheuert :wurst:
"Natürlich möchte kein Tierrechtler, dass seine Idee so zu Ende gedacht wird, denn dann erwiese sie sich ja als die Idiotie, die sie ist."
- Eckhard Fuhr.

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Re: Das "Dann darfst du auch nicht mehr ..."-Argument

Beitragvon Gargamel » Do 22. Aug 2013, 13:11

Gut geschrieben Skeptiker.
:anbet:
Ja gestern standen wir am Abgrund und heute sind wir
einen Schritt weiter. (Al Bundy)

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Re: Das "Dann darfst du auch nicht mehr ..."-Argument

Beitragvon Moderator3 » Do 22. Aug 2013, 23:58

Guter Beitrag eingeblogt @Skeptiker

Die Abrechnungs- und Prämienmodalitäten erledigt Klaus dann noch. Das reicht locker für ein neues Dienstfahrzeuglenkrad mit Überzug aus Spitzmausvorhaut. Glückstrumpf!

Charlene

Re: Das "Dann darfst du auch nicht mehr ..."-Argument

Beitragvon Charlene » Fr 23. Aug 2013, 22:14

Skeptiker hat geschrieben:Der Veganer sieht sich selbst so ungefähr bei Stufe 90. Doch das ist höchst fragwürdig.

Dass Veganer zu ethischer Selbstüberschätzung tendieren, würde ich nicht abstreiten. Das ändert aber nichts daran, dass Veganismus einer von vielen möglichen Beiträgen ist, das eine oder andere ziemlich dringliche Problem zu lindern.

"Dann müsstest du Wale essen", kritisiert man, dass einerseits möglichst wenig Tierleid und Antispeziesismus gefordert wird, andererseits aber hingenommen werden soll, dass eher viele kleinere Tiere sterben sollen als wenige grosse. "Dann darfst du auch keine Plastiksachen tragen" betont die Ignoranz bezüglich Ölunfällen, die wohl Millarden von Tieren (insbesondere Fischen und Seevögeln) das Leben kosten. Vielleicht eben sogar viel mehr Leben, als durch die tierlichen Alternativen draufgehen würden. Aber das wird einfach ignoriert.

Veganismus geht auch ohne diesen furchtbaren Antispeziesismus. Ich würde nicht ausschließen, dass pro Person einmal pro 200 Jahre 100 g ethisch einwandfreies Walfleisch anfallen könnten, weil eine maßvolle Bejagung einiger Walarten möglich wäre. Wenn man dann wieder 200 Jahre vegan lebt, bis die nächsten 100 g anfallen, spricht da in meinen Augen nichts dagegen. Nur ist das alles reichlich irrelevant, wenn man bedenkt, woher der überwiegende Großteil des Fleisches tatsächlich kommt.

Liebe Veganer, lasst euch das gesagt sein: Das Ausmass von Umweltzerstörung, von Tierleid und von Gesundheitsgefahren lässt sich nicht daran festmachen, ob man vegan oder normal lebt

Man kann das nicht allein an vegan/nicht vegan festmachen. Aber ein wertvoller Beitrag ist Veganismus auf alle Fälle. Veganismus ist sicher besser als klugscheißendes Nichtstun.

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Re: Das "Dann darfst du auch nicht mehr ..."-Argument

Beitragvon Saugstauber » Fr 23. Aug 2013, 22:29

Veganismus ist sicher besser als klugscheißendes Nichtstun.


Was "macht" man beim Veganismus denn so? Erzähl doch mal.
Andreas Bär Läsker (XOND) Es sind keine Wildtiere. Es sind Handaufzuchten. Meine Papageien sind ebenso Wildtiere wie Eure Hunde Wölfe sind.

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Re: Das "Dann darfst du auch nicht mehr ..."-Argument

Beitragvon Skeptiker » Fr 23. Aug 2013, 23:48

Charlene hat geschrieben:... weil eine maßvolle Bejagung einiger Walarten möglich wäre...


Die Jagd, also quasi Entnahme aus der freien Wildbahn, finde ich gegenüber einer Aufzucht in Ställen etc. auch schöner. Ich verstehe auch nicht, warum Veganer oft so vehemente Jagdgegner sind. "Artgerecht ist nur die Freiheit" heisst es immer, und dann ist es doch wieder nicht recht.

Charlene hat geschrieben:Veganismus ist sicher besser als klugscheißendes Nichtstun.

Veganismus ist in der Regel nichts anderes als klugscheißendes Nichtstun.
"Natürlich möchte kein Tierrechtler, dass seine Idee so zu Ende gedacht wird, denn dann erwiese sie sich ja als die Idiotie, die sie ist."
- Eckhard Fuhr.

Charlene

Re: Das "Dann darfst du auch nicht mehr ..."-Argument

Beitragvon Charlene » Sa 24. Aug 2013, 13:12

Saugstauber hat geschrieben:Was "macht" man beim Veganismus denn so? Erzähl doch mal.

Da wird dir geholfen, wenn du es denn wirklich nicht selber weißt.

Skeptiker hat geschrieben:Ich verstehe auch nicht, warum Veganer oft so vehemente Jagdgegner sind.

Ich bin nicht gegen die Jagd, aber die Gründe kann ich nachvollziehen. Bei der Jagd besteht die Hoffnung Mehrheiten zu finden, weil der Durchschnittsbürger sich nicht betroffen fühlt, wenn die Jagd abgeschafft wird. Und Bambi töten ist irgendwie böse. Anonymes Abfertigen sieht man weniger und eine Abschaffung von Schlachtereien hätte direkte Konsequenzen: Es würde bedeuten, das es kein Hähnchen mehr gäbe. Deshalb konzentrieren sich einige halt auf die Jagd.

Veganismus ist in der Regel nichts anderes als klugscheißendes Nichtstun.

Dafür hat Veganismus aber dann doch sehr reale Konsequenzen. Das "selber selber"-""Argument"" ist irgendwie noch dämlicher als das "Dann darfst du auch nicht mehr ..."-Geschwafel, auch wenn es nahe Verwandte sind.

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Re: Das "Dann darfst du auch nicht mehr ..."-Argument

Beitragvon Lachsbrötchen_mit_Ei » Sa 24. Aug 2013, 13:21

Veganismus hat außer Selbstverzicht und der damit verbundnen nörgelnden Grundhaltung gegen die anderen, die nicht verzichten, jedenfalls derzeit keinerlei Auswirkungen ...

BTW:
Hallo Clausel-Zausel!
Wer aber, ..., seine Liebe der Menschheit entzieht und sie an Hund oder Katze wendet, begeht zweifellos eine schwere Sünde, eine soziale Sodomie sozusagen, die ebenso ekelerregend ist wie die geschlechtliche.

Konrad Lorenz

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Re: Das "Dann darfst du auch nicht mehr ..."-Argument

Beitragvon Wurschtsemme » Sa 24. Aug 2013, 13:28

Lachsbrötchen_mit_Ei hat geschrieben:Veganismus hat außer Selbstverzicht und der damit verbundnen nörgelnden Grundhaltung gegen die anderen, die nicht verzichten, jedenfalls derzeit keinerlei Auswirkungen ...


Wie auch, bei einer Verbreitung von unter 1%. Eventuell wird aufgrund der vielen heißen Luft das Erdklima beeinträchtigt, aber dazu gibts noch keine verlässlichen Berechnungen.

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Re: Das "Dann darfst du auch nicht mehr ..."-Argument

Beitragvon Saugstauber » Sa 24. Aug 2013, 17:03

Charlene hat geschrieben:
Saugstauber hat geschrieben:Was "macht" man beim Veganismus denn so? Erzähl doch mal.

Da wird dir geholfen, wenn du es denn wirklich nicht selber weißt.


Man tippt Veganismus bei Google ein und rettet so wie Welt? Interessant.
Andreas Bär Läsker (XOND) Es sind keine Wildtiere. Es sind Handaufzuchten. Meine Papageien sind ebenso Wildtiere wie Eure Hunde Wölfe sind.

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Re: Das "Dann darfst du auch nicht mehr ..."-Argument

Beitragvon Skittles » Sa 24. Aug 2013, 18:27

Saugstauber hat geschrieben:Man tippt Veganismus bei Google ein und rettet so wie Welt? Interessant.


Nein, du musst auch noch diverse Onlinepetitionen unterschreiben und teilen, gelegentlich ein Kommentar bei einem lauen Scheisslüftchen hinterlassen und blöde Frage auf einer Veg-Seite deiner Wahl stellen.
Keine Angst, keiner erwartet, dass du den Arsch wirklich bewegst - es reicht vollkommen, wenn man sich zu diversen Demos etc. via FB anmeldet. Versteht doch jeder, dass man grad an dem Tag die Handwerker im Haus hatte....
Und schon bis du maßgeblich an der Rettung der Welt beteiligt. Ist das nicht schön?
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Zitat: hubers

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Re: Das "Dann darfst du auch nicht mehr ..."-Argument

Beitragvon Flotte Biene » Sa 24. Aug 2013, 23:12

Charlene hat geschrieben:Aber ein wertvoller Beitrag ist Veganismus auf alle Fälle. Veganismus ist sicher besser als klugscheißendes Nichtstun.


:gaehn:

Ihr bildet euch doch nur ein, etwas für die Tieräää zu tun. Glaubst du wirklich es wird nicht überproduziert? Ihr paar Veggs bewirkt nur eins, nämlich dass die produzierten Schnitzel die ihr nicht kauft, in der Tonne landen. D.h. diese Tiere sind komplett umsonst gestorben. Ich habe sie wenigstens noch genossen :essen:

Also wer ist jetzt der eigentliche "Mörder" aus niederem Motiv ("nein, das ess ich aber nicht" *mimimimi* :rolleyes: )schön wenn man sich das hier in der 1.Welt rausnehmen kann, nicht?
Stefan Meiser
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Re: Das "Dann darfst du auch nicht mehr ..."-Argument

Beitragvon Claus » Sa 24. Aug 2013, 23:36

Lachsbrötchen_mit_Ei hat geschrieben:Veganismus hat außer Selbstverzicht und der damit verbundnen nörgelnden Grundhaltung gegen die anderen, die nicht verzichten, jedenfalls derzeit keinerlei Auswirkungen ...

BTW:
Hallo Clausel-Zausel!


Idiot. Mehr fällt mir zu Dir wirklich nicht mehr ein.

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Re: Das "Dann darfst du auch nicht mehr ..."-Argument

Beitragvon Wurschtsemme » Sa 24. Aug 2013, 23:37

Laut dieser Seite

http://www.veganwelt.de/inhalt/vegan/v-faq.html

bewirkt ein einziger Veganer dieses Wunderwerk:

Eine amerikanische Untersuchung hat gezeigt, daß nur ein einziger Mensch, der auf tierliche Produkte verzichtet, im Jahr 37 Tiere vom unwürdiger Gefangenschaft, Mißhandlung und Tod rettet. Auf ein ganzes Leben verteilt macht das im Schnitt 2700 Tiere!


Das Problem: Man kann keine Tiere übers Jahr ansparen und dann erst schlachten und essen. Die Bambis werden trotzdem gekillt und der Überschuss eben in die Tonne gekloppt. Eine Veganerausbreitung, wie sie derzeit vorliegt bewirkt GARNICHTS, ausser anderen Leuten auf den Zeiger zu gehen.

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Re: Das "Dann darfst du auch nicht mehr ..."-Argument

Beitragvon BöserWolf » Sa 24. Aug 2013, 23:57

Ich denke schon, dass Vegetarier einen Einfluss auf den Einkauf von Lebensmittelhändlern haben. Die müssen nämlich kalkulieren und dürfen nicht zuviel wegwerfen/unter Wert verkaufen. Wenn ein Laden 1000 Kunden hat, von denen 100 Vegetarier sind, dann kaufen nur 900 Fleisch und der Händler wird seinen Fleischeinkauf darauf ausrichten. Wie das bei Schlachthöfen ist weiss ich nicht. Vielleicht verkaufen die Überschüsse ins Ausland, aber auch sie müssen Gewinn abwerfen. Sinkende Einkaufspreise? Irgendwie wird die Marktwirtschaft schon greifen.

Was geschieht eigentlich mit unverkauften Fleischwaren? Tierfutter? Container?
Das Leben ist einfach zu kurz, um es durch Urkost zu verlängern!

Kein Geist ist in Ordnung, dem der Sinn für Humor fehlt. (J.E. Coleridge)

Wer lästert so spät noch in Degerloch: Es ist der Läsker, der lästert noch.

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Re: Das "Dann darfst du auch nicht mehr ..."-Argument

Beitragvon Flotte Biene » So 25. Aug 2013, 00:41

BöserWolf hat geschrieben:Ich denke schon, dass Vegetarier einen Einfluss auf den Einkauf von Lebensmittelhändlern haben. Die müssen nämlich kalkulieren und dürfen nicht zuviel wegwerfen/unter Wert verkaufen. Wenn ein Laden 1000 Kunden hat, von denen 100 Vegetarier sind, dann kaufen nur 900 Fleisch und der Händler wird seinen Fleischeinkauf darauf ausrichten. Wie das bei Schlachthöfen ist weiss ich nicht. Vielleicht verkaufen die Überschüsse ins Ausland, aber auch sie müssen Gewinn abwerfen. Sinkende Einkaufspreise? Irgendwie wird die Marktwirtschaft schon greifen.

Was geschieht eigentlich mit unverkauften Fleischwaren? Tierfutter? Container?


Das Problem ist, dass von 1000 Kunden nur ca. 8-10 Vegetarier/Vegan sind. :rolleyes:
Kalkuliere da mal genau. Durch die Veggs muss man eventl. mehr wegschmeißen. Ich meine aber auch, dass durch ein paar Veggs bei Tönnies die Bänder nicht stillstehen. :rolleyes:
Stefan Meiser
Vegetarische und vegane Lebensweisen werden sich langfristig durchsetzen. Die Hetzparolen hat es immer gegeben, wenn revulotionäre Veränderungen sich abgezeichnet haben! Wir werden es nicht mehr Alle erleben, aber das macht nix....

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Re: Das "Dann darfst du auch nicht mehr ..."-Argument

Beitragvon Charlene » So 25. Aug 2013, 13:34

Flotte Biene hat geschrieben:Ihr paar Veggs bewirkt nur eins, nämlich dass die produzierten Schnitzel die ihr nicht kauft, in der Tonne landen.

Mit diesem """Argument""" überbietest du die Dämlichkeit des "selber selber"-Geschwafels noch mal um etwa 2 Größenordnungen. Die produzierten Schnitzel landen erst mal in Kühlhäusern. Wenn der Neu-Veg sie nicht kauft, bleiben sie, bei der heute wachsenden Zahl an Vegs, allenfalls zwischenzeitlich 0.2 Sekunden länger im Kühlhaus, bis die Produzenten gemerkt haben, dass nun noch mehr Leute ihren Dreck nicht mehr wollen. Aber produzieren, um das Zeug wegzuschmeißen wäre ökonomischer Unsinn. Das tut keiner bloß deshalb, weil er Vegs ärgern will bzw. allgemeiner, weil weniger Fleisch gegessen wird (was nicht mal stimmt). Bei Schweinen werden in der Regel zwischen 98% und 102% der Nachfrage produziert. Da wird zwar tatsächlich im Voraus geplant, wie viel es denn sein soll und richtig ist auch, dass diese Produktion dann durchgezogen wird. Das bedeutet aber nicht, dass weggeschmissen wird, sondern nur, dass die Kühlhäuser zwischendrin etwas voller werden. Wenn nun plötzlich und unvorhersehbar mehr Veg werden, dann erreicht man schneller die 102%, so dass die Produktion etwas früher (aber nicht sofort) reduziert wird, um die Kühlhäuser, die man zuvor gefüllt hat, wieder zu leeren. Für den Markt vorgesehene Produkte werden auf Produzentenseite so gut wie gar nicht weggeworfen. Erst im Supermarkt beginnt das Wegwerfen in größerem Stil (weshalb man, wenn es denn unbedingt Fleisch sein soll, ohne Bedenken containern könnte). Denn nochmal: So doof, dass sie einfach so ins Blaue produzieren, sind die Produzenten dann doch nicht. Die wollen Geld verdienen und nicht in Form von Schnitzel wegschmeißen.

Charlene

Re: Das "Dann darfst du auch nicht mehr ..."-Argument

Beitragvon Charlene » So 25. Aug 2013, 13:37

Flotte Biene hat geschrieben:Das Problem ist, dass von 1000 Kunden nur ca. 8-10 Vegetarier/Vegan sind. :rolleyes:
Kalkuliere da mal genau.

So genau muss man gar nicht kalkulieren, weil man Kühlhäuser als Puffer dazwischen hat. Es genügt vollkommen, zwischen 98% und 102% zu bleiben. Selbst wenn pro Halbjahr 2% der Bevölkerung Neu-Veg würden, wäre das immer noch unproblematisch. Da wird nichts weggeschmissen.

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Saugstauber
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Re: Das "Dann darfst du auch nicht mehr ..."-Argument

Beitragvon Saugstauber » So 25. Aug 2013, 13:48

Mit anderen Worten: Vegs haben gar keinen Einfluss. Toll. :grin:
Andreas Bär Läsker (XOND) Es sind keine Wildtiere. Es sind Handaufzuchten. Meine Papageien sind ebenso Wildtiere wie Eure Hunde Wölfe sind.


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