Archiv

Januar 2017
M D M D F S S
« Jun    
 1
2345678
9101112131415
16171819202122
23242526272829
3031  

Stapener Schwein

Aus gegebenem Anlass

Es war noch dunkel, als ich durch Buttenwiesen zur Arbeit rannt‘.
Da war ein Masthof, vor dem ein großer Viehtransporter stand.
Gar keine Zeit, doch mir war kalt, drum ging ich rein.
Da stand ein Mann mit roter Jacke und mit wirrem Haar,
und als der sprach, merkte ich gleich, dass der echt irre war.
Als er mich sah, packte er mich und lud mich ein.

„Stapener Schwein ist die beste Sau der Erde.
Komm steig schon ein, und wenn ich dann traurig werde,
liegt es daran, daß so wenig Schweine wir befrein. Du mußt verzeihn.
Stapener Schwein wollte man braten und kochen.
Nun, das ist fein, bricht es sich bei uns die Knochen.
Denn Rüsselheim macht aus jeder Sau ein glücklich‘ Schwein – ob groß, ob klein.“

Wir fuhren von Bayern aus los durch den anbrechenden Tag,
zu einem Ort, der ganz weit nördlich in Sachsen-Anhalt lag.
Einige Schweine brachen sich dabei das Bein.
Dort hinten in dem Transporter da war es zugig und recht kalt.
Gut sieben Stunden nach Stapen über Straßen durch Feld und Wald.
Ich klopft‘ ans Fahrerhaus und schrie: „Ich bin kein Schwein!“

Stapener Schwein – Tierretter sind echt bescheuert,
laden mich ein (Das Benzin ist überteuert!)
und fahrn mit mir und den Schweinen quer durch’s ganze Land. Wie hirnverbrannt!
Stapener Schwein karren die durch die Republik.
Pietrain muss es sein! Reicht da nicht ein Mini-Pig?
Als Fleischesser stelln Dich diese Deppen an die Wand. Das hab ich erkannt.

Als wir ankamen, ertönte ringsum ein lautes „Hurra“.
Doch nicht nur das, auch die Nachbarn und das Fernsehn war’n schon da.
Die waren sauer, denn das Chaos war riesengroß.
Der Mann in der roten Jacke sprach von Leben und von Qualität:
„Jetzt erst mal retten, ist doch egal, wie’s den Viechern später geht!“
Ich schrie: „Verdammt, ich bin kein Schwein! Lasst mich jetzt los!“

Stapener Schwein – Diese Typen ha’m gelogen!
Reithallenpein, um nen warmen Stall betrogen!
Futter aufs Stroh, und das Wasser kommt nur aus dem Schlauch in den Schweinebauch.
Stapener Schwein, Fugen, Risse, breit wie Hände.
Dort zieht es rein, durch die kaputten Wände.
Gasheizung im Stroh ist bekloppt, das weißt Du sicher auch. Gibt ne Menge Rauch!

Ein Fernsehmann verstand rasch, dass ich kein Pietrain-Eber war
und riss mich fort von diesen Idioten, sonst wär ich noch da.
Diese Tierrechtler sind doch wirklich nicht mehr ganz dicht.
Nun werden ihnen beständig Steine in den Weg gelegt.
Weil die nicht wissen, wie man korrekterweise Schweine pflegt.
Spenden sammeln können sie, aber Schweine halten nicht!

Stapener Schwein, und die Gülle tränkt die Erde.
Spenden sind fein. Aber wenn ich wütend werde
denk ich bei mir: „Wieviel Spenden haben die verheizt – und nicht gegeizt?“
Stapener Schwein ist die ärmste Sau auf Erden,
Schnitzel kann’s nicht sein, allenfalls zu Tierleim werden.
Verschwendung ist es, die mich da – Du weißt schon, was das heißt! – bis auf’s Blut reizt.

Melodie: Udo Jürgens, „Griechischer Wein“
Text: Donnervogel

5 comments to Stapener Schwein

  • fall

    Hast du dein Gehirn im Klo runtergespült??Sorry aber es mussdir mal jemand sagen!Alles Schwachsinn

  • SAS

    Noch flacher gings nicht mehr oder? 🙁

  • Donnervogel

    Doch, flacher wäre es schon gegangen, aber dann hätte ich mich auf das Niveau der Tierrechtler und Schweineknutscher herabbegeben müssen. 😉

  • ich

    Na immerhin bist Du „nah dran“ 🙁

  • Donnervogel

    Findest Du? 😀
    Um mich gänzlich den Tierrechtlern anzugleichen, müsste ich vermutlich noch irgendwelche Naivlinge dazu bringen, mir Spendengelder dafür zu überweisen, irgendwelche Rüsselviecher mit gebrochenen Beinen tage- und wochenlang durch den Dreck robben zu lassen, statt sie durch Einschläfern von ihren Schmerzen zu erlösen. Oder aber mich immer dann, wenn sich wieder mal der Unmut bei geprellten Schweineversorgern regt, mitsamt den gequälten Schweinen gepflegt zu irgendeinem anderen Trottel zu verziehen. Die Parallele zur berühmten „Taktik der verbrannten Erde“ drängt sich da förmlich auf.

    Entschuldige bitte, wenn ich Dir Deine rosaroten Seifenblasen zum Platzen bringen muss. Aber Rüssel-Doris, Kassen-Reinhold und Co. haben eben die Schweineretterei – respektive die damit verbundene Spendenabgreiferei – als lukrativen Nebenerwerb entdeckt. Wer allen Ernstes glaubt, dass es diesen Figuren um die Tiere geht, der schaut auch wahrscheinlich mit einem brennenden Streichholz nach, ob noch Sprit im Tank ist.

Leave a Reply

  

  

  


*