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Veganismus ist Greenwashing

von Skeptiker

Meine These vorab: Veganismus dient dem Träger (Veganer genannt) dazu, sich ein grünes bzw. sauberes Mäntelchen umzuhängen, also ihm ein umwelt-, tier- und menschenfreundliches Image zu verschaffen, was sich bei näherer Betrachtung als Schönfärberei darstellt.

1. Schwammige Definition

Nach der Organisation von Watson, dem Erfinder des Wortes „vegan“, zeichne sich die vegane Lebensweise dadurch aus, “soweit wie möglich und praktisch durchführbar, alle Formen der Ausbeutung und Grausamkeiten an Tieren für Essen, Kleidung oder andere Zwecke zu vermeiden und darüber hinaus die Entwicklung tierfreier Alternativen zu fördern, was dem Nutzen der Tiere, Menschen und der Umwelt dienen soll.” (The Vegan Society, Memorandum)

Schon hier ist das angebliche umwelt-, tier- und menschenfreundliches Image also angelegt. Freilich lässt die Einschränkung „soweit wie möglich und praktisch durchführbar“ Raum für Willkür, die auch unter dem Begriff der „Unvermeidbarkeit“ bekannt ist.

2. Unvermeidbarkeit; Abwägung Tierleben gegen Tierleben

Würde der Begriff der Möglichkeit/praktischen Durchführbarkeit objektiv verstanden, würde dies eine Aufgabe jeglicher nicht zur Lebenserhaltung notwendiger Unternehmungen bedeuten, bzw. einen Suizid nahelegen. Einzelne vertreten hier die Ansicht, einzig der Einsatz für die Leidvermeidung bei anderen rechtfertige das Abstandnehmen vom Suizid. In der Regel dürfte die „praktische Durchführbarkeit“ aber eher so verstanden werden, dass zwar Mehrkosten und Mühen in Kauf genommen werden sollen, übliche gesellschaftliche Aktivitäten jedoch nicht ganz ausfallen. Damit zeigt sich der erste Aspekt dessen, dass die angebliche Umwelt- und Tierfreundlichkeit einer Grundlage entbehrt. Denn der so verstandene Veganismus gestattet es seinem Träger, in beliebigem Maße den Tod und das Leid von Tieren durch Konsum von tierlos produzierten Waren (Baumwolle, Lebensmittel, Erdöl etc.), Urlaubsreisen, Autofahrten, Elektrogeräte etc. zu verursachen.

Im Selbstverständnis ist zu beobachten, dass man kein „Mörder“ sein will. Umgekehrt werden mit diesem Begriff Nicht-Veganer gerne betitelt. Wiewohl die zugrundeliegende Typisierung des „Mörders“ aus der Zeit des Nationalsozialismus stammt und derzeit in Deutschland wohl kurz vor der Abschaffung steht, zeigt auch dieses Verständnis, dass es dem Träger des Veganismus nicht um das objektive Keinen-Tod-Verursachen geht, sondern um das (subjektive) Keine-Schuld-Haben. So versteht man sich in der Regel als unschuldig an dem Tod der bei der Feldbestellung getöteten/verletzten Tiere, bzw. der zur Verteidigung des Ernteguts nötigen Schädlingsbekämpfung (s. z.B. Demeter-Richtlinie: Schlagfallen und Mittel mit Blutgerinnungshemmer zugelassen, III.3.2, darüber hinaus diverse Insektizide).

Somit ist es im (praktizierten) Veganismus gleichgültig, wie viele Tiere durch den eigenen Konsum sterben. Auch wenn sich durch das Verspeisen/Verwenden besonders großer (nicht durch Ackerbau ernährter) Tiere der Tod / das Leid sehr vieler kleiner Tiere im Ackerbau vermeiden ließe, würde das Verspeisen/Verwenden dieser Tiere nicht als „vegan“ verstanden. Gelegentlich hört man den Einwand, dass die Produktion von Lebensmitteln tierischen Ursprungs de facto meistens mittels der Fütterung durch Ackerbau geschehe. Da jedoch auch die tatsächlich ohne Ackerbau produzierten Lebensmitteln tierischen Ursprungs nicht als „vegan“ angesehen werden, handelt es sich offensichtlich um ein Scheinargument. Damit ist erstellt, dass es beim Veganismus nicht um die Vermeidung von Leid und Tod bei Tieren geht (vielmehr dieses gar nicht in der vollen Tragweite angesehen wird), sondern lediglich um die Vermeidung des Schuld-Seins (und das noch mit einer abenteuerlichen, überkommenen Herleitung). Auch hier zeigt sich, dass der angebliche Tiernutzen nur vorgeschoben ist.

3. Verbrauch von Ressourcen

Für die angebliche Umweltfreundlichkeit des Veganismus berufen sich vegane Organisationen auf prominente Institute, insbesondere die FAO-Studie „Livestock’s long shadow“. Nun mag es durchaus zutreffen, dass die industrialisierte Tierhaltung ökologisch nicht besonders verträglich ist und erhebliche Umweltschäden und -verschmutzungen auf diese zurückzuführen sind. Indessen trifft diese Studie keine Aussage dazu, wie es sich verhalten würde, wenn eine vegane Landwirtschaft vorherrschen würde, die zudem in ungekanntem Maße auf Kunstdünger zurückgreifen müsste (s. auch Phosphorkreislauf). Studien oder Forschungen zum veganen Landbau gibt es derzeit kaum (vgl Bachelorarbeit Anja Bonzheim, 2014, insb. S. 53f); zumindest gibt es – soweit ersichtlich – keinerlei Studie über globale Auswirkungen, so dass man angebliche Verbesserungen wohl eher im Bereich des Wunschdenkens verorten kann.
Letztlich muss dies auch nicht näher erörtert werden, da es sich auch bei der Umweltfreundlichkeit wieder um eine lediglich vorgeschobene Eigenschaft handelt, wie sich daran zeigt, dass auch nicht-industrielle Tiernutzung, und sei sie noch so umweltverträglich (etwa das mit Gras vom Wegesrand gefütterte Kaninchen) nicht als „vegan“ angesehen wird.
Im Übrigen kommen vegane Fertigprodukte oft in kleinteiligen Kunststoff- oder Alu-Verpackungen daher, was offensichtlich ebenfalls irrelevant für die Einordnung des Produkts als „vegan“ ist.

Häufig wird auch der hohe „Wasserverbrauch“ angeführt. So verbrauche die Produktion eines Kilos Fleisch etwa 15’000 l Wasser (PeTA). Hierbei wird eine Studie von Mekonnen/Hoekstra referiert. Aus der ergibt sich allerdings, dass den höchsten virtuellen (!) Wasserverbrauch dasjenige Rindfleisch habe, welches von grasenden Rindern stammt. Es handelt sich also – entgegen der Suggestion – nicht um Trinkwasser, welches zur Bewässerung eingesetzt wird, sondern um Regenwasser, welches eben durch das Gras verdunstet, welches sodann gefressen wird. Und welches dann wieder abregnet. Siehe auch hier und hier.
Ignoriert wird freilich der ebenfalls hohe virtuelle „Wasserverbrauch“ bei pflanzlichen Lebensmitteln, der die Werte vom Rindfleisch locker toppt (Kaffee und Kakaoprodukte ~16’000-34’000l/kg), s. Parallelstudie S. 1589.

Dass hier also lediglich einseitig über die „fast unglaublich hoch erscheinende Menge Wasser“ (PeTA ibid.) bei der Fleischproduktion berichtet wird, nicht aber erwähnt wird, dass die als Alternative vorgeschlagene pflanzliche Nahrung ebenfalls in ähnlichen Größenordnungen rangiert und es sich zudem größtenteils um verdunstetes Regenwasser handelt, zeigt wiederum, dass es sich lediglich um eine vorgeschobene Umweltfreundlichkeit handelt.

4. Menschenfreundlichkeit

Oft wird angeführt, Veganismus verhelfe zur Lösung des Welthungerproblems, da die Fütterung von Tieren unproduktiv sei im Vergleich zur direkten Nahrungsaufnahme der Futterpflanzen durch den Menschen. Verschwendete Nahrung verursache jedoch steigende Welthandelspreise. Bei gleichbleibender Produktion an Futter-/Nahrungspflanzen würde der Weltmarktpreis sinken, wenn eine „Verschwendung“ der Pflanzen über die Veredelung durch Nutztiere unterbliebe.
Ob das so zutrifft, scheint zweifelhaft. Möglicherweise würden die Preise doch nicht sinken, da vielleicht mehr Pflanzen für Bioenergie verwendet würden, oder aber schlicht weniger Pflanzen produziert werden würden, sofern sich die Produktion zu geringeren Preisen nicht lohnt. Andererseits ist die Veredelung durch Tiere vielleicht auch nicht so unproduktiv wie vielfach angenommen, da die Nutztiere Pflanzenteile verwerten können, die für den Menschen unverdaulich sind. Auch kann es wohl keine wirkliche Lösung des Welthungerproblems geben, ohne dass das Wachstum der Weltbevölkerung gehemmt bzw. beendet wird.

Letztlich muss man auch diese Frage aber nicht zu Ende erörtern, um zu erkennen, dass es sich auch hierbei um ein Scheinargument handelt. Denn weder gelten Lebensmittel von Tieren, die nicht mit Agrarprodukten gefüttert wurden, als „vegan“, noch ist eine anderweitige Verschwendung von Lebensmitteln „unvegan“. So vertritt offenbar niemand die These, man dürfe nur die zum Überleben notwendige Kalorienmenge zu sich nehmen. Im Gegenteil wird vielfach gerade damit geworben, Veganismus stelle keinen Verzicht dar. Wenn es beim Veganismus also gar nicht notwendig darauf ankommt, wenig Lebensmittel zu verbrauchen, dann ist auch der angebliche Nutzen gegen den Welthunger nur ein scheinbarer.

10 comments to Veganismus ist Greenwashing

  • Gerhard

    Hmmmmm…. sind Sie vielleicht, duuuuummm?

  • jule

    der text ist nicht nur furchtbar formuliert, sondern vor allem absolut inhaltsleer. die „argumente“ sind völlig diffus.

  • Omnivor

    Hingegen sind Deine Gegenargumente stringent formuliert und geradezu zwingend. Äh, Moment – nein, sind sie nicht, weil Du sie anscheinend vergessen hast.

    Kann bei Mangelernährung schon mal vorkommen, sowas.

  • Meckermensch

    Da zugegeben wurde, dass der Konsum von Tierischen Produkten sehr wohl schädlich für die Umwelt ist, dient der Vergleich von Kaffee und Kakao nur als Beschuldigung an die Veganer, da sie ja „nicht besser“ seien. Dieses Argumet würde allerdings nur Sinn machen, wenn jeder nicht-Veganer auf Kaffee und Kakao verzichten würde. Da das allerdings NICHT das Fall ist gilt das nicht als Argument gegen Veganer sondern eher als Argument gegen den Komsum von Kaffee und Kakao. Um sich das Recht zu nehmen einen Vegan lebenden Menschen zu verurteilen müsste man, als Schreiber des oberen Artikels, selber 100% auf Kaffee und Kako verzichten, was ich allerdings stark bezweifle. Da ich mich aber nun nicht weiter damit befassen möchte, wie Menschengruppen versuchen andere Menschengruppen (Veganer) als Minderwertig oder „falsch“ zu bezeichnen werde ich nicht weiter Argumentieren. Bevor andere Kommentare kommen – kein Veganer (in meinem Umfeld) hat jemals Menschen, die Fleisch essen, so verurteilt wie ihr hier auf dieser Seite. Wenn ihr etwas bewegen wollt dann setzt euch gegen Faschismus ein aber lasst die Menschen leben wie sie wollen. Veganer lassen euch schließlich auch leben.

  • Pedro Pons

    @Meckermensch:

    „Veganer lassen euch schließlich auch leben“.

    Noch so`n Witz und ich lach mich tot. Es ist nicht erst seit gestern bekannt, dass viele Veganer – besonders online – normale Menschen gerne als Mörder, Leichenteilfresser oder Aaasfresser bezeichnen. Sogar Vegetarier werden von so manchen veganern gerne als Mörder bezeichnet. Noch Fragen?

  • Donnervogel

    @Meckermensch:

    Ich erlaube mir, auf einige Zitate von diversen Veganern hinzuweisen:

    Helmut F. Kaplan:
    „Wenn ich erfahre, daß jemand, der soeben gestorben ist, ein Jäger war, so werde ich von einem tiefen Glücksgefühl übermächtigt. Wenn ich dann auch noch höre, daß der Betreffende vorher leiden mußte oder gar bei der Ausübung seines Mord-Hobbys zu Tode kam – wie der Atom-Verbrecher Franz Josef Strauß -, so ist mein Vergnügen umso größer.“

    Frank Hummel:
    „Ich muss dazu sagen, dass man nach Lesen der Auswürfe des Hämorrhoiden Rudels das Bedürfnis hat in deren kranke Larven zu schlagen, und zwar solange bis Blut spritzt, bis sie nur noch aus blutigem Matsch bestehen und dann draufzupissen“

    Barbara Hohensee (✝2011):
    „Geschnetzeltes Jägerhirn in lodengrüner Soße mit Schweißbeilage als Dankesopfer für Gäa. Aber es gab ja leider nur Halssalat mit einer unterentwickelten Nuss obendrauf. Dennoch das ideale Essen für Jagdgegner, die ihren Spaß am leichten Essen zeitgleich mit einer leichten sportlichen Betätigung verbinden wollen. lol“

    Thomas Schnoor:
    „Hm, naja, Jäger sind Schädlinge und Schädlinge gehören gemäß Jagdrecht vernichtet und aus der Decke geschlagen. Von daher: passt scho! … diesem lodengrünen Geschmeiß … keinerlei Toleranz gegenüber Menschenmüll … ich habe überhaupt nichts dagegen, wenn lodengrüne Killer sich gegenseitig über die Regenbogenbrücke helfen. Eine gute Maßnahme, um dieser Pest zu begegnen.“

    Zum Auffinden weiterer Zitate, in denen Veganer ihrer „Menschenfreundlichkeit“ so richtig die Sporen geben, empfehle ich die Lektüre von:

    1. dem AV-Wiki (Kategorie „Vegane Persönlichkeiten“) unter https://www.antiveganforum.com/wiki/Kategorie:Veganer

    2. dem AV-Forum (Thread „Ultimative Entgleisungen“) unter https://www.antiveganforum.com/forum/viewtopic.php?f=4&t=8196

    oder

    3. dem Facebookaccount vom Vorzeigekretin Andreas „Andi“ Läsker. (Die Seite dieses frontallobotomierten Suppenkaspers ist ganz einfach zu finden. Geh bei Facebook einfach der Schleimspur seiner Speichellecker nach.)

  • FragenderMensch

    Guten Tag,
    ich bin per Zufall auf dieses Forum aufmerksam geworden.
    Ich finde es super, dass dies ein kritisches Forum ist, welches gegen absolutistische Ideologien ist. (Zitat: „Antivegan richtet sich gegen absolutistische Ideologien.“)
    Ich selber bin auch zum Teil deswegen „Veganer_in“ geworden.
    Es ist doch sinnlos sich als Veganer über Fleischesser aufzuregen und diese missionieren zu wollen, genauso wie es das Gegenteil auch ist.
    Die Argumente im Text sind sehr vermischt. Es kommt doch darauf an was einem wichtig ist. Nicht alle haben die gleichen Wertvorstellungen, weshalb macht man sich über Menschen so „lustig“?

    Ich finde es aus psychologischer Sicht interessant, weshalb sich jemand mit einem Thema beschäftigt, dass er nicht mag. Es würde mich sehr freuen wenn mir das jemand erklären kann, denn ich persönlich beschäftige mich nicht mit Themen die ich nicht mag. (zb beschäftige ich mich nicht mit Acrylfingernägeln, obwohl ich sie überhaupt nicht schön finde. Wenn jemand sie toll findet, dann ignoriere ich das automatisch.)

  • Donnervogel

    Hallo FragenderMensch.

    Erlaube mir bitte zunächst eine Gegenfrage, damit ich in etwa den Aufwand-/Nutzen-Faktor abschätzen kann, der eine Erklärung meinerseits rechtfertigen würde (oder eben auch nicht).

    Magst Du das AV-Forum?

    Viele Grüße
    Donnervogel

  • Jens Ziegler

    Bezug Veganismus ist GreenwashingvonSkeptiker:
    Es gibt hier Argumente, die ich nachvollziehen kann, aber auch Solche, die ich hierbei nicht bringen wuerde. Aber egal, ich bin dieses ewige aufeinander Rumgehacke von beiden Seiten Leid. Wir leben auf dem Globus nicht in einem Kindergarten. Wir sitzen alle gemeinsam in einem sinkenden Boot. Jeder muss sich endlich ernsthaft Gedanken machen, wie wir sozial, oekologisch vertraeglich besser weiterleben koennen. Die Ueberlegung im ob. Text zum Bevoelkerungswachstum bringt ebenfalls nicht weiter. Weiter bringen wuerde uns aber die Entwicklung neuer umveltvertraeglicherer gartenbaulicher und landwirtschaftlicher Methoden, sowie eine bessere Landverteilung/Landnutzung weltweit. Mehr moecht ich dazu nicht sagen. Taten statt Worte sind jetzt endlich mehr als ueberfaellig.

  • Marie Curie

    „Taten statt Worte sind jetzt endlich mehr als ueberfaellig.“

    Sagt der, der nur schwätzt und keine konkreten Vorschläge bringt.
    Jens, du bist ein Idiot.

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