Bambi-Syndrom

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Das Bambi-Syndrom ist eine naive,verklärte, infantile Einstellung von bestimmten Personengruppen zur Natur. Anhänger dieser Einstellung sehen in der Natur den Grundpfeiler von Harmonie, Güte, Frieden, Schönheit und liebenswertem Zusammenspiel von allen Einflüssen. In irgendeiner Weise in dieses Gefüge einzudringen gilt als verpönt. Weder naturschützende Maßnahmen wie die Jagd, noch eine wirtschaftliche Nutzung wie das Fällen von Bäumen werden akzeptiert. Der Mensch und all sein Wirken wird als das personifizierte Böse angesehen, dessen Aufgabe die vollständige Zerstörung der Natur darstellt.

Diese Einstellung steht in einem krassen Gegensatz zu der tatsächlichen Natur. Weder Harmonie, Güte noch Frieden sind Erkennungsmerkmale der Natur. Tatsächlich ist es eine ständige Selektion von nicht überlebensfähigen Arten und Individuen, ein tagtäglicher Kampf ums Überleben und eine Abhängigkeit an die derzeit gegebenen Umstände.

Das Bambi-Syndrom treibt viele Menschen in einen alternativen Lebensstil. Dieser reicht von Vegetarismus über Veganismus und damit einhergehenden Verzicht auf Schulmedizin und die Suche nach alternativen Heilmethoden. Nicht wenige selbsternannte Gurus haben die Sehnsucht vieler Menschen, nach einer Rückbesinnung auf die ursprüngliche Natur verstanden und locken mit zweifelhaften Lehren und Versprechungen.

Ursachen

Seinen Namen verdankt das Bambi-Syndrom der weltweit bekannten Trickfilmfigur. Die Welt des Weißwedel-Hirschkalbs zeichnet sich durch Freundschaft mit allen Bewohnern seines Territoriums und den Einklang mit der Natur aus.

Das Bambi-Syndrom ist in ländlichen Gegenden selten bis gar nicht anzufinden, sondern beinahe ausschließlich in Städten. Die ständige Distanz zur Natur, ihrer wirtschaftlichen Nutzung und dem tatsächlichen, angewendeten Naturschutz gilt als einer der Hauptursachen für das Bambi-Syndrom. Die Natur und der Einklang mit ihr wird zum Maß aller Dinge hochstilisiert und die wirtschaftliche Nutzung und das Eingreifen der Menschen wird als überflüssig und zerstörerisch gewertet.

Das fortgeschrittene Bambi-Syndrom zeichnet sich dadurch aus, dass Tieren und zum Teil auch Pflanzen und anderen Mikroorganismen eine Seele und planendes Denken und Handeln unterstellt wird. Aus dieser Unterstellung wird häufig der Ruf nach Tierrechten laut. Für dieses Recht sollen nach Meinung der selbsternannten Tierrechtler Menschen sorgen und diese können somit anderen Menschen durch entsprechende Sanktionen Einhalt gebieten.

Diese Naturverklärtheit sorgt dafür, dass ein Großteil der jungen Leute sich nicht mit den tatsächlichen Gegebenheiten auseinander setzen wollen. Des Weiteren sind die Naturkenntnisse als mangelhaft bis ungenügend zu bewerten. Die meisten Anhänger dieser Philosophie haben über die heimische Fauna und Flora wenige bis gar keine Kenntnisse.

In einer im Jahre 2002 erhobenen Studie[1] wurden 1200 Schüler der Klassen 6, 9 und 12 aus Nordrhein Westfalen, Bayern und Hessen befragt, um deren Allgemeinwissen bezüglich der Natur zu erforschen.

Unter den Befragten konnten nicht benennen:

  • 44% die Früchte von Buchen
  • 62% die Früchte des Kakaobaums
  • 75% die Farbe der Vanillefrüchte
  • 90% die Früchte der Rose

Die Befragung ergab, dass sich nur 7% aktiv in Natur- und Umweltschutz engagieren. Dennoch ist die Natur und deren Erhalt bei 90% aller befragten Spitzenreiter. Ein Leben ohne sie wird als unmöglich angesehen, dennoch besteht keine Bereitschaft sich weiter mit der Natur auseinander zusetzen.

Trotz der minimalen Kenntnisse bleibt die Vorstellung über die Natur unangetastet. Interesse an themenspezifischer Weiterbildung existiert nicht. Die Fragen nach totaler Harmonie in der Natur, den Sinn von Naturschutzgebieten, eine Existenz der Menschen, gekoppelt an eine unberührte Natur und ob Tiere und Pflanzen eine Seele besitzen wurden teils mit weit über 70% mit einem "Ja" beantwortet.

Anhänger dieser Philosophie bekennen sich zum Naturschutz, können jedoch keine aktiven Maßnahmen, an denen sie selbst beteiligt sind nennen. Wirtschaftliche Vorgänge wie die landwirtschaftliche Nutzung und auch die Jagd als aktiver Naturschutz wird völlig ausgeblendet.

Bambi-Effekt

Das Bambi-Syndrom ist nicht mit dem Bambi-Effekt gleichzusetzen, auch wenn sich beide häufig überschneiden.

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