Unvermeidbarkeit

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Die Ernte ist so unvermeidbar …
wie die einhergehenden Kollateralschäden

Wie bei allen Glaubensdingen lässt sich auch der Veganismus auf eine prägnante Formel bringen: Vermeide das Vermeidbare!, so schallt es dem Interessierten aus den einschlägigen Internetseiten und -foren entgegen. Gemünzt ist er auf Leid und Schmerz, der Nutztieren nach Ansicht von Veganern durch den Menschen mittel- und/oder unmittelbar laufend zugefügt wird, zum Beispiel durch Schlachtung, Zucht, Gefangenschaft usw.. Als Gegenpol zu den als vermeidbar angesehenen Dingen wie dem Konsum von Produkten tierischer Herkunft gibt es das „Unvermeidbare“. Unvermeidbar ist scheinbar alles, was der Mensch nicht unmittelbar zum Überleben braucht. Scheinbar deswegen, weil die Ansichten was unvermeidbar ist nicht einheitlich sind.

Unter „Unvermeidbarkeit“ versteht man im praktischen Veganismus eine Rechtfertigung eindeutig unveganer Verhaltensweisen oder Taten, die dann eben als „unvermeidbar“ hingestellt werden. „Unvermeidbarkeit“ ist also eine Methode um Paradoxien im Veganismus leugnen zu können, weil die andere Konsequenz nur das Verwerfen des Veganismus sein könnte.

Ursprung des Begriffes

Der Ursprung des Wortes ließ sich von den Autorinnen und Autoren dieses Artikels bis dato noch nicht sicher festmachen.

Zur Paradoxie des Begriffs

Untrennbar mit der veganen Ideologie verbunden ist der Begriff des Speziesismus. Veganer begreifen sich als Anti-Speziesisten, die Sonderstellung des Menschen durch die Menschenrechte wird abgelehnt, als Alternativmodell werden Tierrechte propagiert. In den Augen eines Veganers ist das Leben eines Tieres genauso schützenswert wie das eines Menschen, da der Mensch letztlich auch ein Tier ist. In Verbindung mit der „Unvermeidbarkeit“ führt das regelmäßig zu Paradoxen. Werden sie direkt aufgezeigt, reagieren überzeugte Veganer in der Regel irrational. Wenn ein Raubtier ein Beutetier tötet und frisst, sind damit verbundene Schmerzen des Beutetieres natürlich. Sofern ein Mensch solches tut, gilt er als Mörder, denn aufgrund seiner höheren Erkenntnisfähigkeit hat er angeblich die Pflicht, solches eben nicht zu tun. Durch diese Argumentationsweise wird dem Menschen gegenüber den anderen Tieren eine Sonderrolle zuerkannt, sie ist letztlich also speziesistisch. Vermeidbar scheint der Tod von Tieren also nur zu sein, wenn er von anderen Tieren, außer dem Menschen, verursacht wird. Gleichzeitig scheinen auch dafür Ausnahmeregeln zu existieren, denn obwohl beispielsweise eine Fahrt mit dem Auto den Tod von Insekten und Kleintieren verursacht sowie durch Straßenbau und Verkehr der Lebensraum vieler Tiere stark eingeschränkt wird, wird sie i.d.R. als unvermeidbar betrachtet. Warum in diesem (und anderen) Fällen das laut Anti-Speziesisten gleichberechtigte Interesse der Tiere an ihrem natürlichen Lebensraum weniger wiegt als das des Menschen nach schnellem und komfortablem Transport, ist unklar. Oft wird eine ablehnende Haltung auf solche und ähnliche Fragen damit begründet, daß der Fragesteller ja selbst nicht vegan lebe, also ein Mörder, oder Leichenfresser sei und daher auch keinerlei Berechtigung habe, sie zu stellen.

Beispiele für „Unvermeidbarkeiten“

Töten von Tieren im Ackerbau

Töten von Tieren für den Anbau von Feldfrüchten: Bei praktisch jeglicher Form von Ackerbau werden Tiere getötet. So zerstört beispielsweise ein Pflug abertausende von Behausungen von Feldbewohnern wie Mäusen oder sonstigen Kleintieren, das Überfluten eines Reisfeldes ertränkt sie, ja selbst primitivster Feldfruchtanbau mit der Hacke beendet zwangsläufig das Leben von Bodenbewohnern. Damit ist also auch Ackerbau nicht vegan, da ja für die Bewirtschaftung Tiere getötet werden müssen. Folglich gilt das Töten von Tieren im Rahmen des Ackerbaus als „unvermeidbar“.

Kupferelektrolyse mit Knochenleim

Bei der Herstellung von Kupfer werden die Elektrolyseelektroden mit Knochenleim inertiert. Folglich wird kein Kupferkabel dieser Welt vegan hergestellt, in weiterer Konsequenz ist also jedes Elektrogerät, jedes Kabel, und auch der Computer, vermittels dem du gerade diese Zeilen liest, nicht vegan. Auch die Verwendung von Kupfer gilt daher als „unvermeidbar“.

Stromerzeugung

Täglich werden Millionen von Tieren durch die Stromerzeugung getötet. Abgesehen von Licht und Heizung wäre es für einen Veganer ein Einfaches, Dinge wie Fernseher, Computer, Kino, Radio, uvm. zu meiden. Jedoch ist es anscheinend unvermeidbar, dass Fische in Wasserkraftwerken, Fledermäuse und Vögel in Windkraftwerken getötet[1], oder unzählige Mäuse, Würmer und Insekten beim Fossilbrennstoffabbau umgebracht werden.

Erdöl

Bei der Förderung und bei Transport von Erdöl gibt es regelmäßig große Zahlen von leidvoll verendeten Tieren zu beklagen. Etwa 100.000 Tonnen gelangen jährlich bei Tankerunfällen mit teilweise katastrophalen Folgen für die Umwelt ins Meer.[2] Je nachdem, welche Tiere man mitzählt (Vögel, Fische, Krebse, Kleingetier) ist von jährlich Milliarden von Tieropfern durch Erdöl auszugehen. Gleichwohl wird Bekleidung aus Erdölprodukten von Veganern als "leidfrei" /"cruelty free" propagiert.

Baumwolle

Indische Arbeiter auf Baumwollfeldern oder in der Textilindustrie (chemische Behandlung, Färbung) haben eine Lebenserwartung von weniger als 35 Jahren. Die auf den Baumwollfeldern ausgebrachten Chemikalien (welche zu guten Telen in Europa verboten sind) haben im Baumwollgürtel von Andhra Pradesh ganze Landstriche verseucht und das Grundwasser unbrauchbar gemacht.[3] In der Region nehmen sich 700 Bauern pro Jahr selbst das Leben. Andere sterben einen qualvollen Tod durch Vergiftungen. Fische können in den Gewässer der Region nicht überleben. Dennoch gilt Bekleidung aus Baumwolle als vegan. Das damit verbundene Leid wird zumindest dann als "unvermeidbar" angesehen, wenn man sich Bio-Fairtrade-Baumwollkleidung nicht leisten kann.

Quellen

  1. Windräder werden Todesfallen. DIE WELT, 12. Oktober 2005
  2. Liste bedeutender Ölunfälle bei Wikipedia
  3. Video-Dokumentation 100 Prozent Baumwolle – Made in India Altemeier & Hornung Filmproduktion, 2003